
Andrew Wyeth
Quart and a Half, 1961
Preis auf Anfrage



Details zum Werk
M. Knoedler & Co., Inc., New York City
Privatsammlung, North Carolina
Privatsammlung
Privatsammlung, Schenkung aus vorgenannter
Privatsammlung

Andrew Wyeths Quart and a Half (1961) gehört zu einer zutiefst persönlichen Werkfolge, die von einem einzigen Tag inspiriert wurde, den er und seine Frau Betsy beim Blaubeerpflücken auf einem Feld verbrachten, während sich ein Sturm zusammenbraute. Dieser Nachmittag wurde zur Genese für eines von Wyeths ikonischsten Temperabildern, Distant Thunder (1961), das Betsy im Gras liegend mit ihrem Hund zeigt, durchdrungen von einer geladenen Stille vor dem Sturm. Ein vorbereitendes Aquarell, Blueberries, Study for Distant Thunder (1961, Farnsworth Art Museum), verfolgt das Thema weiter. Quart and a Half markiert die eindringliche Folgezeit und verschiebt den Fokus von der Figur zum Stillleben: Ein Blaubeerbehälter und eine Blechdose sitzen verlassen im Gras, ihre utilitaristische Präsenz verwandelt in Sinnbilder von Erinnerung und Abwesenheit.
Die Komposition ist auf das Wesentliche reduziert – eine hohe Horizontlinie, ein dunkles Feld und der leuchtende Karton und Becher, die das Auge fangen. Das gestörte Gras, in feinen Strichen zart wiedergegeben, wird zu einem subtilen Zeichen von Betsys früherer Anwesenheit, nun verschwunden. Dieser leere Abdruck wurde zum emotionalen Kern des Gemäldes, ein Sinnbild der Vergänglichkeit. Als frühes Stillleben offenbart das Werk Wyeths Fähigkeit, den einfachsten Objekten tiefe emotionale Resonanz zu verleihen und die Stilllebentradition, lange mit Sterblichkeit und der ephemeren Natur des Lebens verbunden, in eine Meditation über die stillen Echos gelebter Erfahrung zu erweitern. In Aquarell ausgeführt, unterstreicht das Gemälde auch Wyeths Balance von Spontaneität und Zurückhaltung, die flackernden Gräser belebt mit Unmittelbarkeit und doch verankert durch eine bewusste kompositorische Strenge.
Quart and a Half weist auch eine bedeutende Ausstellungsgeschichte auf. Es war in der Wanderretrospektive Andrew Wyeth: Temperas, Watercolors, Dry Brush, Drawings 1938 into 1966 zu sehen, gezeigt im Philadelphia Museum of Art, dem Baltimore Museum of Art und dem Whitney Museum of American Art (1966–67). Zuvor wurde das Werk als Titelbild für den Katalog der Ausstellung der University of Arizona Art Gallery 1963 ausgewählt, was seine Bedeutung innerhalb von Wyeths Œuvre unterstreicht. Zusammen mit Distant Thunder und seiner Studie verwandelt dieses Aquarell ein gemeinsames Picknick in eine beständige Meditation über Erinnerung, Vergänglichkeit und die Poesie des alltäglichen Lebens.
“Die Kunst eines Menschen reicht so weit und so tief, wie seine Liebe reicht.”— Andrew Wyeth
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