
Paul Signac
Pilote de la Meuse, 1924
Preis auf Anfrage



Details zum Werk
Galerie Léon Marseille, Paris
Sammlung Edmond Sussfeld
Privatsammlung, durch Erbschaft von obiger Sammlung
Privatsammlung, Europa
Drouot Estimations, Paris, 18. November 2022, Los 00003 (Sammlung Edmond Sussfeld)
Privatsammlung, London, erworben bei obiger Auktion

Paul Signacs Pilote de la Meuse (1924) ist ein raffiniertes spätes Meisterwerk, das seine Hingabe an die Farbtheorie mit seiner lebenslangen Liebe zum Segeln vereint. Die Komposition ist streng um ein hochstrukturiertes Gerüst aus Vertikalen und Horizontalen konstruiert – die Horizontlinie, die Wasseroberfläche und die aufrechten Masten schaffen ein Gefühl von Ordnung und Klarheit. Diese Geometrie wird sanft durch subtile Diagonalen gemildert: die schrägen Masten, der geneigte Schornstein eines entfernten Schleppers und die vom Wind gefüllten Segel führen Bewegung und visuellen Kontrapunkt ein, ohne das Gesamtgleichgewicht zu stören.
In vorwiegend blauen und grünen Tönen ausgeführt, verkörpert das Gemälde Signacs weiterentwickelte neo-impressionistische Technik. Während er und Georges Seurat den Pointillismus als wissenschaftliche, farbtheoretisch fundierte Alternative zum Impressionismus entwickelten, markieren Signacs spätere Werke der 1910er- und 1920er-Jahre einen entscheidenden Wandel. Hier weichen die früheren dichten Punkte breiteren, rechteckigen "Mosaikstrichen", die der Farbe größere physische Präsenz und expressive Freiheit verleihen. Das Wasser im Vordergrund wird zu einem lebendigen Schachbrett aus wechselnden Farbtönen, das stürmisches Wetter, bewegtes Licht und windgetriebene Strömungen vermittelt.
Ein einzelnes markantes Segelboot beherrscht die Szenerie, begleitet von einigen kleineren Schiffen und dem Schlepper in der Ferne, dessen wirbelnder Rauch den Himmel belebt. Dieses zurückhaltende, aber dynamische maritime Motiv spiegelt Signacs tiefe persönliche Verbundenheit mit dem Segeln wider – er besaß 32 Boote und reiste ausgiebig auf dem Wasser.
Ähnliche maritime Szenen aus dieser reifen Periode befinden sich in bedeutenden institutionellen Sammlungen, darunter das Minneapolis Institute of Art, The Metropolitan Museum of Art und das Musée d'Orsay, was die Bedeutung dieser Komposition innerhalb von Signacs finaler künstlerischer Phase unterstreicht.
Das Gemälde wird von außergewöhnlichem Archivmaterial begleitet: neun maschinengeschriebenen Durchschlägen von Edmond Sussfeld; drei eigenhändig signierten Briefen von Paul Signac; zwei eigenhändigen Briefen und der Originalrechnung des Händlers Léon Marseille; sowie einem Echtheitszertifikat von Frau Marina Ferretti-Bocquillon, die herausragenden historischen Kontext und Provenienz bieten.
“Die ganze Welt, wie wir sie visuell erfahren, kommt zu uns durch das mystische Reich der Farbe.”— Paul Signac
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