HANNAH WILKE(1940–1993)
Hannah Wilke war eine US-amerikanische Konzeptkünstlerin, die für ihre wegweisenden Beiträge zur feministischen Kunst im späten 20. Jahrhundert bekannt war. Wilke wurde 1940 in New York City geboren und studierte an der Tyler School of Art der Temple University, wo sie 1962 ihren BFA erhielt. In den späten 1960er und 1970er Jahren machte sie sich mit einem Werk einen Namen, das sich mutig mit weiblicher Identität, Sexualität und der Politik des Blicks auseinandersetzte.
Wilke arbeitete medienübergreifend, unter anderem in den Bereichen Skulptur, Fotografie, Performance und Zeichnung, und ist besonders bekannt für ihre kleinen, vulvaförmigen Skulpturen aus Kaugummi, Latex und Keramik. Diese Formen wurden zu einer charakteristischen Bildsprache, mit der sie kulturelle Tabus rund um den weiblichen Körper hinterfragte. Ihre „S.O.S. – Starification Object Series“ (1974–82), in der sie für Fotografien posierte, während kleine, narbenartige Kaugummischnitzereien auf ihrer Haut befestigt waren, gilt nach wie vor als eines ihrer einflussreichsten Werke, das sowohl die Objektivierung als auch die Doppelmoral gegenüber Frauen in der Kunst thematisiert.
In den 1980er und frühen 1990er Jahren richtete Wilke in der Serie „Intra-Venus“ die Kamera erneut auf sich selbst und dokumentierte ihren Körper während ihres Kampfes gegen das Lymphom. Diese letzten Arbeiten erweiterten ihre lebenslange Auseinandersetzung mit Schönheit, Verletzlichkeit, Sterblichkeit und weiblicher Selbstbestimmung.
Wilke starb 1993 im Alter von 52 Jahren. Ihr Vermächtnis prägt bis heute die zeitgenössische feministische Kunst, die Performancekunst und die Körperpolitik.

