HAROLD ANCART(geb. 1980)
Harold Ancart (geb. 1980) ist ein in Belgien geborener Maler und Bildhauer, dessen Werk Malerei, Skulptur und Installation umfasst und sich mit unserer Wahrnehmung von Naturlandschaften und bebauten Umgebungen auseinandersetzt. Seine Kompositionen verbinden oft wiedererkennbare Bildmotive mit abstrakten Farbflächen und sind bisweilen zu mehrteiligen Tableaus angeordnet, was eine Praxis widerspiegelt, die sich fließend zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit bewegt.
Ancart wurde in Brüssel geboren und studierte zunächst Politikwissenschaft, bevor er sich der Kunst zuwandte. 2007 schloss er sein Studium an der École Nationale Supérieure des Arts Visuels de La Cambre mit einem Master of Fine Arts ab; im selben Jahr zog er nach New York. Trotz seiner Ausbildung in Belgien entwickelte Ancart einen Stil, der stark von der Geschichte der amerikanischen Malerei und Abstraktion geprägt ist und sich an Künstlern wie Richard Diebenkorn, Helen Frankenthaler, Brice Marden und Wayne Thiebaud orientiert. Seine Arbeiten verbinden eine europäische Sensibilität mit der für amerikanische Maler der Nachkriegszeit charakteristischen Ausdrucksfreiheit. Ancart arbeitet häufig in Serien, wobei er sich auf elementare Motive – Bäume, Ozeane oder Eisberge – konzentriert und poetische Momente in alltäglichen Umgebungen herausgreift, während er den materiellen Prozess des Malens in den Vordergrund stellt.
Ancart hat zahlreiche Ausstellungen in Europa und den Vereinigten Staaten realisiert. Zu den bedeutendsten zählen „Harold Ancart: Untitled (there is no there there)“ in der Menil Collection, Houston (2016), sowie „Harold Ancart: Subliminal Standard“, organisiert vom Public Art Fund im Cadman Plaza Park, Brooklyn (2019–2020). Seine Arbeiten waren zudem in Ausstellungen im S.M.A.K., Gent (2019); im Centre Pompidou-Metz (2018); im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris (2017); im Palais de Tokyo, Paris (2013); und im WIELS Centre d’Art Contemporain, Brüssel (2012) zu sehen.
Werke von Ancart sind in den ständigen Sammlungen der Fondation Beyeler, Basel; des Centre Georges Pompidou, Paris; des Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington, DC; im Lenbachhaus, München; im Louisiana Museum of Modern Art, Dänemark; in der Menil Collection, Houston; im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris; im Museum of Contemporary Art, Los Angeles; im Solomon R. Guggenheim Museum, New York; und im Whitney Museum of American Art, New York. Derzeit lebt und arbeitet er in Brooklyn, New York.

