PAUL SIGNAC (1863-1935)
$3,750,000
Provenienz
Galerie Léon Marseille, ParisSammlung Edmond Sussfeld
Privatsammlung, aus dem Nachlass des Vorgenannten
Privatsammlung, Europa
Drouot Estimations, Paris, 18. November 2022, Los 00003 (Sammlung Edmond Sussfeld)
Privatsammlung, London, erworben bei der oben genannten Auktion
Ausstellung
Paris, Bernheim-Jeune, Paul Signac, 19. Mai bis 30. Mai 1930, Nr. 40Paris, Petit Palais, Paul Signac, 1934, Nr. 35
Viroflay, Salon du Souvenir de Corot, 13. Ausstellung, 1965
Literaturhinweise
Bernheim-Jeune, Ausstellung Paul Signac vom Montag, 19. Mai bis...Mehr..... Vendredi 30 mai 1930, Paris, 1930, Nr. 40 (abgebildet)Françoise Cachin, Signac: Catalogue Raisonné of the Painted Work, Paris, 2000, Nr. 565, S. 323 (abgebildet)
...WENIGER.....
Das überwiegend in Blau- und Grüntönen gehaltene Gemälde ist ein Beispiel für Signacs weiterentwickelte neoimpressionistische Technik. Während er und Georges Seurat den Pointillismus als wissenschaftliche, von der Farbtheorie geprägte Alternative zum Impressionismus begründeten, markieren Signacs spätere Werke aus den 1910er und 1920er Jahren eine entscheidende Wende. Hier weichen die früheren dichten Punkte breiteren, rechteckigen „Mosaikstrichen“, wodurch die Farben eine größere physische Präsenz und Ausdrucksfreiheit erhalten. Das Wasser im Vordergrund wird zu einem lebendigen Schachbrettmuster aus wechselnden Farbtönen, das turbulentes Wetter, bewegtes Licht und windgetriebene Strömungen vermittelt.
Ein einzelnes markantes Segelboot dominiert die Szene, begleitet von einigen kleineren Booten und dem Schlepper in der Ferne, dessen wirbelnder Rauch den Himmel belebt. Dieses zurückhaltende und doch dynamische Meeresmotiv spiegelt Signacs tiefe persönliche Verbindung zum Segeln wider – er besaß 32 Boote und unternahm ausgiebige Reisen auf dem Wasser.
Ähnliche Meereslandschaften aus dieser reifen Schaffensphase befinden sich in bedeutenden institutionellen Sammlungen, darunter das Minneapolis Institute of Art, das Metropolitan Museum of Art und das Musée d'Orsay, was die Bedeutung dieser Komposition innerhalb von Signacs letzter künstlerischer Phase unterstreicht.
Das Gemälde wird von außergewöhnlichem Archivmaterial begleitet: neun getippten Zwiebelhautblättern von Edmond Sussfeld, drei von Paul Signac signierten Autographen, zwei Autographen und der Originalrechnung des Händlers Léon Marseille sowie einem Echtheitszertifikat von Frau Marina Ferretti-Bocquillon, die einen hervorragenden historischen Kontext und die Provenienz belegen.

