GEORGIA O'KEEFFE (1887-1986)
Georgia O’Keeffe (1887–1986) war eine wegweisende amerikanische Modernistin, deren Werk die Kunst des 20. Jahrhunderts durch seine kühne Klarheit, seine unabhängige Sichtweise und seine tiefe Verbundenheit mit Orten neu geprägt hat. O’Keeffe, die vor allem für ihre großformatigen Gemälde von Blumen, Knochen und Wüstenlandschaften sowie ihre frühen Darstellungen von New Yorker Wolkenkratzern bekannt ist, entwickelte eine sehr persönliche Bildsprache, die Form, Farbe und Abstraktion aus der Natur hervorhebt.
O’Keeffe wuchs auf einer Farm in Wisconsin auf, zeigte schon früh künstlerisches Talent und absolvierte eine formale Ausbildung in Chicago und New York. Obwohl sie den akademischen Realismus beherrschte, lehnte sie dessen Zwänge bald zugunsten eines expressiveren Ansatzes ab. Dieser Wandel markierte den Beginn ihres lebenslangen Engagements für die Schaffung von Kunst, die eher ihre eigenen Wahrnehmungen als etablierte Traditionen widerspiegelte. Ihre Arbeiten erlangten früh Aufmerksamkeit durch den Fotografen und Galeristen Alfred Stieglitz, dessen Unterstützung dazu beitrug, ihre Kunst einem breiteren Publikum bekannt zu machen.
In den 1920er Jahren wurde O’Keeffe zu einer zentralen Figur der amerikanischen Avantgarde und schuf neben ihren zunehmend abstrakten Studien natürlicher Formen auch eindrucksvolle Stadtbilder. In den 1930er Jahren fand sie dauerhafte Inspiration in den Landschaften New Mexicos, wo sie sich schließlich niederließ. Dort malte sie Knochen, Hügel, Himmel und architektonische Formen mit einer Stille und Monumentalität, die zum Synonym für ihren Namen wurde.
Während ihrer langen Karriere widersetzte sich O’Keeffe engen oder geschlechtsspezifischen Interpretationen ihrer Werke und betonte deren formale und emotionale Komplexität. Heute gilt sie nicht nur als eine der bedeutendsten Malerinnen der amerikanischen Moderne, sondern auch als eine Persönlichkeit, die die Möglichkeiten für künstlerische Freiheit, Individualität und weibliche Autorschaft in der modernen Kunst erweitert hat.

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