ALFRED SISLEY (1839-1899)
$1,350,000
Provenienz
Henri Poidatz, ParisGalerie Georges Petit, Paris, 27. April 1900, Los 79
Georges Petit, erworben bei der oben genannten Auktion
Auktion: Galerie Georges Petit, Paris, 4.-5. März 1921, Los 113
Comte de Lanscay, Paris
Hôtel Drouot, Paris, 6. April 1922, Los 16
Eugène Blot, Paris, erworben bei der oben genannten Auktion
Dr. Arthur Charpentier, Paris
Privatsammlung, Schweiz, erworben um 1950
Privatsammlung, aus dem Nachlass des oben genannten
Privatsammlung, Europa
Sotheby's New York, 6. Mai 2015, Los ...Mehr.....250
Privatsammlung, London, erworben bei der oben genannten Auktion
Ausstellung
Paris, Galerie Georges Petit, Alfred Sisley, 1917, Nr. 83Paris, Durand-Ruel, Tableaux de Sisley, 1930, Nr. 23
Paris, Galerie d'Art Braun, Sisley, 1933, Nr. 13
Bern, Kunstmuseum, Alfred Sisley, 1958, Nr. 38
Paris, Musée du Petit-Palais, De Gericault à Matisse, Meisterwerke aus Schweizer Sammlungen, 1959, Nr. 126
Schaffhausen, Museum Zu Allerheiligen, Die Welt des Impressionismus, 1963, Nr. 125
Minneapolis, Minneapolis Institute of Arts, Die wiederentdeckte Vergangenheit: Französische Malerei 1800–1900, 1969
Literaturhinweise
Maximilien Gauthier, „Hommage à Sisley“, in: L'Art vivant, 1933, Nr. 170, S. 116 (abgebildet)François Daulte, Alfred Sisley, Catalogue raisonné de l'oeuvre peint, Paris, 1959, Nr. 315 (abgebildet)
Jacques Lassaigne & Slyvie Gache-Patin, Sisley, Paris, 1982, S. 31 (abgebildet)
Mary Anne Stevens, Hrsg., Alfred Sisley, London, 1992, S. 154
Sylvie Brame & François Lorenceau, Alfred Sisley: Catalogue Critique des Peintures et des Pastels, Paris, 2021, S. 155, 488 (abgebildet)
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Dieses Werk, das entlang der Seine in Billancourt – einer Industriestadt westlich von Paris – gemalt wurde, gehört zu einer Reihe von Ansichten, die Sisley nach den Umwälzungen von 1871 schuf, als er mit seiner Familie zunächst nach Louveciennes und später in das nahe gelegene Marly-le-Roi zog. Das Seine-Tal bot ihm ein sich ständig erneuerndes Motiv: geschwungene Flussbiegungen, Dörfer entlang der Ufer und eine Landschaft, die sowohl von Geschichte als auch vom modernen Leben geprägt war. Hier liegt das schwimmende Waschhaus (ein Lavoir) tief im Wasser, eine praktische Konstruktion, in der die Einheimischen gegen eine geringe Gebühr ihre Wäsche direkt im Fluss waschen konnten. Sisley verwandelt dieses alltägliche Motiv in eine Beschwörung des gelebten Ortes, an dem menschliche Aktivitäten nahtlos in den größeren Rhythmus von Himmel und Strömung integriert sind.
Die 1870er Jahre gelten weithin als Sisleys „goldene Zeit“ – eine Zeit, in der seine Werke eine ganz eigene persönliche Sprache sprechen und nicht mehr so stark von Corot, Courbet oder sogar dem frühen Monet beeinflusst sind. Nachdem er nach 1877 nicht mehr im Salon ausstellte, wurden seine Kompositionen komplexer und weniger abhängig von traditioneller Tiefenwirkung und linearer Perspektive. Stattdessen verlagerte er seinen Schwerpunkt auf ineinandergreifende Muster und die expressive Energie seines Pinselstrichs. In Le Lavoir de Billancourt werden Pigmentschichten in schnellen, multidirektionalen Strichen aufgebaut, wodurch eine reich strukturierte Oberfläche entsteht, die mit Farbe und Luft gesättigt ist. Diese gesteigerte Spontaneität steht im Einklang mit der zeitgenössischen Lobeshymne auf Sisleys Fähigkeit, flüchtige Momente einzufangen – Wolken, Windhauch und zitterndes Laub –, sodass Raum und Licht untrennbar miteinander verbunden wirken und die Szene lebendig in Bewegung bleibt. Das Gemälde ist im Werkverzeichnis von François Dault, Alfred Sisley: catalogue raisonné de l'oeuvre peint (1959), unter der Nummer 315 verzeichnet.

